Spanien. Menschen.

In Spanien begegnen wir Einheimischen, Auswanderern und vor allem – unseren Umständen entsprechend – anderen Reisenden. Zu Beginn waren wir ja wochenlang allein unterwegs, haben nur hier und da Einheimische kennen gelernt. Inzwischen füllen sich die Stellplätze nach und nach, es wird Sommer, das merkt man als erstes an den schönen Orten, an denen wir inzwischen nie mehr einsam stehen. Auch schön. Denn wer zu diesen Zeiten auf Reisen geht, der muss mindestens so unerschrocken, wenn nicht sogar genauso risikobereit und alternativ eingestellt sein wie wir. So sind wir stets umgeben von wohlwollenden, offenherzigen und gleichgesinnten Menschen – so entspannt sind wir im Leben selten gereist und aufgenommen worden.

Da sind Lola und Anna, die uns auf typisch andalusische Art mit offenen Armen (und Herzen) empfangen, als würden wir uns schon seit zehn Jahren kennen. Jonathan, der sich wie ein Bruder um uns kümmert, uns die Umgebung vorstellt, uns wie selbstverständlich zum Wochenmarkt fährt und Preise verhandelt und uns unzählige Male einlädt und verköstigt, als wären wir Familie. Michael, auf dessen Grundstück wir zu Dauercampern werden, noch bevor wir uns persönlich kennen gelernt haben, der Haus&Garten mit uns teilt, bei dem wir stets zu allem willkommen sind. Osman und seine goldige Familie, die uns ihr ofenfrisches Brot bringen und von dessen Kindern unser Sohn die ersten spanischen Worte lernt. Dafür füttern wir mit Hingabe ihre Hühner. Schließlich Paulina und Bart vom REC.ON Project, auf deren Grundstück wir auf einen Schlag so viele liebe Reisefamilien treffen, dass wir uns überhaupt nur trennen können, weil wir mit einer von ihnen einfach noch tagelang weiterreisen. Ist das nicht wunderbar?

Diese Reise ist schon nach zwei Monaten das größte Geschenk, das wir uns jetzt nur hätten wünschen können. Das Gefühl von Freiheit, die vielen neuen Eindrücke, das Zusammen-Unterwegs-Sein, die atemberaubenden Landschaften, Sonnenuntergänge, Seen&Flüsse und ja, all die vielen lieben Menschen, die uns jeden Tag begegnen – egal ob’s die Frau in dem kleinen Kräuter- und Edelsteinladen ist, in den wir nur hineinstolpern, weil das Restaurant nebenan noch nicht geöffnet hat und die uns so herzlich aufnimmt und Tipps für die Weiterreise gibt, obwohl wir nicht den Anschein machen, dass wir ihr in dieser schwierigen Zeit etwas abkaufen würden, oder der Aufseher in der Mesquita, der uns freundlich aber bestimmt darauf hinweist, das unser Sohn nicht mit dem Laufrad in der Kathedrale fahren darf, uns daraufhin aber einen Rollstuhl bringt…unsere Herzen waren durstig nach Freiheit und Liebe und wir sind demütig und dankbar, dass es davon hier so viel gibt, während Grenzen und Köpfe anderswo verschlossen sind.

Und denen, die glauben, sich nicht die Freiheit nehmen zu können, wie wir es tun, sei gesagt, macht einen Spaziergang in die Natur, geht hinaus in die Wälder, an Seen, in die Berge oder schaut mal wieder nach den Sternen. Dort ist alles noch in Ordnung.

Stellplätze:
Alicante/Almoradi: 38.117617, -0.750861 / N 38°7’3.4212” W -0°45’3.0996” / 11A Diseminado Rincon
03150 Dolores
Andalusien/Velez-Rubio: 37.596302, -2.104491 / N 37°35’46.6872” W -2°6’16.1676” / La mata de Bolaimi, 04828 Vélez-Rubio
Andalusien/Embalse de Negratín: 37.588198, -2.854021 / N 37°35’17.5128” W -2°51’14.4756” / 18813 Cuevas del Campo
Andalusien/Embalse de Iznajar: 37.262934, -4.323499 / N 37°15’46.5624” W -4°19’24.5964” / 2 Calle los Garedones, 14979 Iznájar (wir waren nicht auf dem Campingplatz sondern einfach runter an den Strand!

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